Hackerangriff
Vor einigen Wochen scheint es unbekannten Tätern gelungen zu sein, das Netzwerk der Berliner Verwaltung zu infiltrieren und unbemerkt große Mengen an sensiblen Daten zu entwenden. Am 14. August wurde der Angriff von der Verwaltung bemerkt. In der Folge wurden viele Systeme um Netz getrennt und zahlreiche digitale Dienste in der Hauptstadt sind mehrere Tage ausgefallen.
Der Angriff wird aktuell einer finanziell motivierten Gruppe von Cyberkriminellen zugeschrieben.
Erpressung
Die Hackergruppe hat sich im Anschluss an das Land Berlin mit einer Lösegeldforderung gewandt. Umgerechnet knapp 2 Millionen Euro betrug die Forderung, damit die Daten nicht eröffentlicht werden. Das Land Berlin hat eine Zahlung verweigert.
Nach Ablauf des Ultimatums hat die Hackergruppe am 4. September 2026 die Daten öffentlich ins Darknet gestellt.
Daten
Nach ersten Analysen handelt es sich um insgesamt 5,8 Terabyte an Daten in 1,44 Millionen Dateien.
Betroffen sind anscheinend zahllose Verwaltungsvorgänge, Anträge und auch viele personenbezogene Daten wie Gehaltsabrechnungen, Personalakten, Pässe und mehr. Das ganze Ausmaß kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden.
Gefahr durch Phishing
Da die Daten öffentlich im Darknet kursieren, ist eine Nutzung durch weitere Cyberkriminelle nur wahrscheinlich.
Cyberkriminelle können die Daten nutzen, um hocheffektive Phishing-Kampagnen gegen Betroffene zu starten. Sie können z. B. Bezug auf reale Verwaltungsvorgänge und persönliche Daten nehmen. Damit sind Phishing-Versuche nur noch sehr schwer von einer echten Nachricht zu unterscheiden.
Die Verwaltung Berlin hat angekündigt, Betroffene in nächster Zeit per Post oder E-Mail zu informieren.
Diese Tatsache könnte allerdings auch für Phishing missbraucht werden, indem genau diese Benachrichtigung gefälscht wird.
Empfehlungen
- Wenn Sie in Berlin wohnen oder unternehmerisch tätig sind, seien Sie in nächster Zeit besonders wachsam bei E-Mails, Briefen und Anrufen.
- Auch wenn Sie keinen Bezug zu Berlin haben, könnten Ihre Daten im Hack vorhanden sein. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden auch weitere sensible Daten abgegriffen. Die Untersuchungen dauern an. Seien Sie in jedem Fall trotzdem wachsam.

