Der Fall
Das Landesarbeitsgericht Köln (LAG) hat in einem Urteil (Az. 8 SLa 603/25) die Verurteilung eines Managers in einem Fall von CEO-Fraud bestätigt. Die Revision des Managers wurde abgewiesen. Der Manager wird damit zu Schadensersatz in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro verurteilt. Außerdem wurde seine fristlose Entlassung bestätigt.
Der Manager wurde dabei Opfer eines besonders ausgefeilten Betrugs. Er erhielt per Telefon über einen Messenger über Monate hinweg Zahlungsaufforderungen seines vermeintlichen Vorgesetzten. Da die Telefonnummer seinem Vorgesetzten gehörte, ging er davon aus, dass die Anweisungen echt sind. Hinter den Nachrichten steckten jedoch Betrüger, die so das Unternehmen um mehr als 50 Millionen Euro erleichterten.
Besonders schwer wiegt in dem Fall die Schuld des Managers, da er interne Prozesse umgangen hat, die Kommunikation über private Kanäle erfolgte und er keinerlei weitere Bestätigung eingefordert hat. Obwohl die Prozesse und Vorgaben des Unternehmens genau das verhindern sollten. Daher hat das Gericht ihn in diesem Fall zum Schadensersatz verpflichtet und seine sofortige Entlassung bestätigt.
Telefon als Risiko
Entgegen der allgemeinen Annahme ist das Telefon und die Telefonnummer kein sicherer Kommunikationskanal. Eine eingehende Telefonnummer kann mit nur geringen technischen Mitteln leicht gefälscht werden. Somit lassen sich die angezeigte Telefonnummer und damit auch der angezeigte Kontakt beliebig modifizieren.
KI macht es möglich, sogar einen Schritt weiter zu gehen. Immer wieder gibt es Berichte, das Stimmen am Telefon täuschend echt nachgeahmt wurden. Auch solche Software ist inzwischen leicht verfügbar. Gibt es von einer Person genügend Tonaufnahmen im Internet, dann ist es mit geringem Aufwand möglich, eine täuschend echte Stimme digital nachzubauen. Diese kann dann z. B. in Fake-Anrufen verwendet werden.
Empfehlungen
Seien Sie bei Anrufen immer misstrauisch, selbst wenn Sie die angezeigte Rufnummer kennen.
Seien Sie bei Anrufen immer misstrauisch, auch wenn Sie die Stimme am Telefon kennen.
Rufen Sie die Nummer im Zweifelsfall zurück. Ein ausgehender Anruf kann nicht so leicht manipuliert werden.
Bei besonders wichtigen Anliegen verlangen Sie eine Bestätigung über einen zweiten unabhängigen Kommunikationsweg, z. B. per E-Mail oder persönlich.
Vorsicht ist immer besser als Nachsicht. Prüfen Sie das Anliegen genau und seien Sie lieber zu kritisch als zu unvorsichtig.
