Sicherheitslücke
Ein Sicherheitsforscher hat in diversen Routern mit Broadcom-Chips eine gefährliche Sicherheitslücke gefunden. Broadcom ist ein internationaler Hersteller von Computer-Chips. Die Teile des Unternehmens werden in Produkten diverser Hersteller verbaut. Betroffen sind nach aktuellem Stand diverse Router unterschiedlicher Hersteller.
Aktuell ist noch keine finale Liste verfügbar. Der Forscher geht aber davon aus, dass weltweit viele Millionen Router betroffen sind. Der Zwischenstand lässt sich auf GitHub verfolgen.
WPS
WPS (Wi-Fi Protected Setup) ist eine vereinfachte Sicherheitsfunktion für WLAN. Über WPS kann per Knopfdruck am Router oder über die Eingabe einer vereinfachten PIN eine Verbindung zum Netzwerk hergestellt werden, ohne die Eingabe des WLAN-Passworts. WPS gilt seit Jahren als unsicher, ist aber trotzdem als Komfortfunktion in vielen Routern weiterhin aktiv.
Die nun gefundene Sicherheitslücke nutzt einen Fehler in der WPS-Behandlung besagter Broadcom-Chips aus. Damit lässt sich auf den Router beliebiger Code einschleusen und so z. B. das WLAN-Passwort auslesen. Der Fehler kann von jedem Gerät in Reichweite des WLANs ausgenutzt werden.
Unsicherheit über Updates
Zum aktuellen Zeitpunkt ist unklar, wann und ob Sicherheitsupdates für die betroffenen Router kommen. Laut Aussage des Sicherheitsforschers stelle sich Broadcom bisher quer, die Sicherheitslücke anzuerkennen und Maßnahmen einzuleiten. Bis das volle Ausmaß bekannt ist und falls überhaupt alle Hersteller reagieren, wird noch viel Zeit vergehen.
Empfehlungen
Deaktivieren Sie WPS in Ihrem Router. Auch ohne diese Sicherheitslücke stellt WPS eine Gefahr für ein sicheres WLAN da. Bei den meisten Router werden Sie die Einstellung unter WLAN > Sicherheit oder ähnlichem finden. Die Deaktivierung von WPS hat keine Auswirkung auf die Funktion Ihres WLAN. Lediglich eine Neuverbindung ist dann nur noch über die Eingabe des WLAN-Passworts möglich.
